Wien 1694
- St. Pölten 1757
Vermutlich vor dem 22. Mai 1694 wird Daniel Gran in Wien oder
Brno (Brünn) geboren. Daniel Grans ersten Lehrer sind Pancraz Ferg und
Gregor Werle, wobei der letztere ihn durch seine Tätigkeit im Dienst
des Fürsten Adam Franz Schwarzenberg an seine zukünftige Gönnerfamilie
heranführt. Dieser finanziert Gran in Zeit von 1719/20 eine
Studienreise nach Italien, während der er in Venedig bei Sebastiano
Ricci und in Neapel bei Francesco Solimena arbeitet. In Grans späteren
Werken lässt sich entsprechend der Einfluss venezianischer Farbigkeit
und neapolitanischer Komposition erkennen.
Er kehrt nach Österreich zurück und anschließend entstehen bis Mai 1735
viele Auftragsarbeiten für die Familie Schwarzenberg. Im Schloss
Hirschstetten um 1721 gestaltet er ein Deckenfresko und arbeitet
zwischen 1724 und 1728 im Wiener Palais der Schwarzenbergs an
verschiedenen Fresken, u.a. im Kuppelsaal, der großen Galerie und im
Kabinet. Im Jahr 1727 wird der Künstler Gran folglich zum Hofmaler
ernannt. In dieser Funktion freskiert er im Jahr 1730 den Prunksaal der
Wiener Hofbibliothek - die hoch gelobte Ergänzung zur Architektur
Fischer von Erlachs. Anschließend, nach 1735 widmet er sich den
österreichischen Klöstern. Höhepunkte dieser Phase stellen die Fresken
der Wallfahrtskirche auf dem Sonntagberg im Jahr 1743 und die
Gestaltung des Kaisersaals in Stift Klosterneuburg, 1749), dar. Der
Künstler schafft im Laufe seines Lebens eine Vielzahl von
Raumdekorationen, verbreitet seine Kunst aber auch durch Entwürfe, die
dann von anderen Künstlern ausgeführt werden. Grans eher strenge
Gestaltungsweise lässt seine Arbeiten auf den Klassizismus
vorausweisen. Daniel Gran stirbt am 16. April 1757 in Sankt Pölten, wo
er sich 1744/45 niederlässt. Seine zahlreichen Kunstwerke können noch
heute im Zusammenhang mit der Architektur, für die sie konzipiert
wurden, bestaunt werden.